Nach der Pandemie ist klar: Der Kapitalismus hat kein Interesse an einem nachhaltigen Gesundheitssystem, von dem alle aufgefangen werden. Dabei haben wir gerade durch Corona am eigenen Leib erfahren, wie wichtig das für eine funktionierende Gesellschaft wäre. Nach wie vor stellt das Fehlen einer einheitlichen und umfassenden Krankenversicherung für Studierende einen massiven Missstand dar. Das führt dazu, dass Studierende zeitweise unversichert sind und sich ab dem Alter von 27 mit einem Beitrag von monatlich 73 Euro (!) selbst versichern müssen. Der Mangel an Kassenärzt:innen und damit einhergehende monatelange Wartezeiten führt dazu, dass viele auf Wahlärzt:innen zurückgreifen müssen. Durch hohe Behandlungskosten, die beispielsweise im zahnmedizinischen oder gynäkologischen Bereich anfallen, wird die ohnehin schon prekäre finanzielle Lage von Studierenden weiter verschärft. Vor allem die Wahl der richtigen Verhütungsmittel gestaltet sich oft teuer und aufwändig, dabei sind gerade Studierende im Alter, wo eine gute Verhütung besonders wichtig ist.
Die verstärkte soziale Isolation als Nachwirkung der Corona-Pandemie, die Verschärfungen im Bildungsbereich und die durch die Teuerung verursachten Geldprobleme stellen Studierende zunehmend unter Druck. Gleichzeitig werden Jobperspektiven immer aussichtsloser. Und als wäre das alles nicht genug, findet obendrauf ein Wettrüsten statt, wie es der Kontinent seit dem kalten Krieg nicht mehr gesehen hat – Ausgang ungewiss. Zukunftsängste sind unter Studierenden inzwischen Alltag. Neben der Beseitigung der ursächlichen Missstände einerseits, braucht es andererseits eine kostenlose und leicht zugänglich psychologische Betreuung für Studierende.
Deshalb fordern wir:
- Kostenlose Unfall- und Krankenversicherung für alle Studierende über die gesamte Studiendauer!
- Einrichtung eines ÖH-Unterstützungsfonds für medizinische Behandlungen!
- Ausbau der kostenlosen psychologischen Betreuung für Studierende!
- Umfassende Beratung und freier Zugang zu Verhütungsmitteln und Schwangerschaftsabbruch!
- Anerkennung von psychischen Krankheiten, insbesondere nach traumatischen Lebensereignissen, als Abwesenheitsgrund!