ÖH sponsert privates Sport-Unternehmen mit 40.000 €/Jahr!


Der Aufschrei von Fußballfans auf der ganzen Welt ist groß: gestern kündigten 12 finanzstarke Vereine an, eine exklusive, wettbewerbsfreie Liga gründen zu wollen. Unterdessen unterstützt die ÖH die Kommerzialisierung des Sports auf den Universitäten tatkräftig mit 40.000 Euro/ Jahr, indem sie eine private „College League“ sponsern will. Mitspracherecht in der Ausgestaltung dieser Liga oder Beteiligung an etwaigen Einnahmen hat sie dabei keine.
Schon länger geistert der Vorschlag einer „College Liga“ nach US-amerikanischem Vorbild in den Untiefen der ÖH herum. Dieser wurde jetzt im März mit den Stimmen von AktionsGemeinschaft und JUNOS mehrheitlich beschlossen. Die Idee: Schaffung einer Liga, welche die US-amerikanische Sportkultur, inkl. all ihrer negativen Auswüchse nach Österreich importiert. So sollen durch den „Ligabetrieb im Eventformat“ ein Sportsystem geschaffen werden, an dem ausschließliche Studierende teilnehmen sollen.


Als KSV-KJÖ unterstützen wir grundsätzlich den Ausbau der Möglichkeit zu sportlicher Betätigung, doch die Ambitionen der Veranstalter zeigen, dass hier etwas anderes im Vordergrund steht, soll doch die Austrian College Sports League „in nur wenigen Jahren zu einer der größten Sportligen Österreichs werden“. Den Trainingsbetrieb müssen sich die SpielerInnen selbst finanzieren, die ÖH-Gelder fließen somit direkt in die Vermarktungsbestrebungen der ACSL College Sports League GmbH.


Während gewachsene, demokratische Vereinsstrukturen in den letzten Jahren verstärkt zurückgedrängt werden und Elitisierung des Sports in allen Bereichen vorangetrieben wird, wurde jetzt von den bürgerlichen Fraktionen in der ÖH beschlossen, diese Entwicklung auch auf Universitätsebene aktiv vorantreiben zu wollen. Der Beschluss ging mit einer Pro-Stimme Überhang knapp durch, der VSStÖ hat, sich gleich wie eine Mandatarin der GRAS enthalten und somit diesen Beschluss erst möglich gemacht.

Als KommunistInnen setzten wir uns für den Ausbau sportlicher Betätigungsmöglichkeiten, die für alle erschwinglich und für alle zugänglich sind, ein. Die Finanzierung einer privat-geführten, gesellschaftlich-abgekoppelten Liga durch ÖH-Gelder ist hier sicher nicht der richtige Weg. Vielmehr braucht es den Ausbau des Angebots vor Ort und verstärkte Kooperation der Universitäten mit Sportvereinen! ⚽️🚩

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.